Definition:
Medaille (italienisch: medaglia, lateinisch: metallum = Metall, englisch: medal, französisch: médaille): münzähnliches Erinnerungsstück, meist aus Metall, mit bildlichen Darstellungen und anlaßbedingten Aufschriften; auch als Ehren- und Verdienstauszeichnungen dienend.Vier- oder mehreckige Stücke werden als Plaketten bezeichnet. Nach ihrer Herstellungstechnik sind Medaillen gegossen, getrieben, graviert oder geprägt. Als Vorläufer der Medaillen gelten antike Medaillons. Die moderne Medaille ist eine Schöpfung der Renaissance (Mitte des 15. Jh.). Seit dem Barock finden sich ganze Medaillenfolgen auf Herrscher (Suiten-Medaillen). Mit der Vervollkommnung der Prägetechnik begann im 19. Jh. die Massenproduktion von Medaillen.
Medaillen und Münzen werden oft verwechselt, teils gefördert durch bewußte Irritierung in Verkaufswerbungen mancher Vetriebsunternehmen. Während Münzen als Zahlungsmittel dienen und von autorisierten Stellen (in der Regel vom Staat) ausgegeben werden, ist die Ausgabe von Medaillen auch von Organisationen und Privatpersonen möglich. Zu beachten ist dabei, dass keine Verwechselungsgefahr mit Münzen bestehen darf. Für Münzen sind vor allem Eigenschaften wie Abnutzungresistenz, Fälschungssicherheit und einfache Erkennbarkeit wichtig. Dagegen können Medaillen sehr viel aufwendiger gestaltet sein. Der Künstler kann höhere Reliefs, feine Details und unterschiedlichste Materialien verwenden. Das Ergebnis kann ein kleines plastisches Kunstwerk mit faszinierender Ausstrahlung sein. Zu allen Zeiten gab es Kritiken am Verfall der Medaillenkunst, vor allem seit dem im 19. Jahrhundert die Massenproduktion von Medaillen in Mode kam. Die heutigen Produktionsverfahren gestatten die Herstellung von Medaillen von praktisch jedem Motiv - der künstlerische Anspruch ist allerdings nicht mit den technischen Möglichkeiten gewachsen.
Galvano
Von seltenen Medaillen (Münzen) wurden und werden als Belegstücke auf galvanochemischen Wege sogenannte Galvanos hergestellt. Dabei werden Vorderseite und Rückseite separat hergestellt und anschließend ausgegossen (z.B. mit Blei oder Gips) und verlötet. Erkennbar sind Galvanos am dumpfen Klang und an der Randnaht.

Galvano der Vorderseite einer Medaille von 1785 (Georg III. von Großbritannien)
Nachprägungen (NP)
Die Originalstempel vieler Medaillen befinden sich auch heute noch in den Münzprägeanstalten oder in Münzkabinetten. Die Anfertigung identischer Stempel ist infolge der technischen Entwicklung ebenfalls problemlos möglich. Zu bestimmten Anlässen oder auf Bestellung werden deshalb Nachprägungen angefertigt, die dem Original täuschend ähnlich sehen. NP sollen deshalb gekennzeichnet sein, üblicherweise mit einer nicht entfernbaren Punze (z.B. Jahreszahl und Feingehalt). Die Anwendung von Punzen ist aber nicht zu allen Zeiten und in allen Ländern einheitlich praktiziert wurden.
Abgüsse / Nachgüsse
Traditionell wurden Medaillen in Gold, Silber, Kupfer oder Bronze und Zinn hergestellt. In neueren Zeiten auch in Eisen, Kupfer-Nickel, Aluminium und Messing oder in Materialzusammenstellungen (Bi-Metall). Abgüsse sind oft aus Blei, Zinn oder Bronze. Ein Abguß von einem Original ist daran zu erkennen, dass aufgrund des Schwundes bei der Abkühlung des Gussmetalls der Durchmesser kleiner als bei der Originalmedaille ist.